Mehr Raum für marginalisierte Stimmen

MARGINALISIERTE STIMMEN

Hey ihr lieben, ich hoffe, es geht euch gut. Es gibt eine Änderung bei Literarische Diverse, weil: we are all still learning day by day (zum Glück) und ich in vielen Gesprächen bemerkt habe, dass mein Konzept nicht ganz rüberkommt. Ich ändere deswegen den Untertitel des Verlags in «mehr Raum für marginalisierte Stimmen», weil die Begriffe «BIPoC und LGBTQI*» für meine Veröffentlichungen nicht inkludierend genug sind. Sie schließen beispielsweise jüdische Stimmen aus, obwohl sie stets von mir mitgedacht wurden. Trotzdem wurden einige Personen gefragt, warum sie denn in Literarische Diverse veröffentlicht werden, was an dem Untertitel liegen könnte. Das möchte ich in Zukunft verhindern, und ich hoffe, mit «marginalisierte Stimmen» wird es klarer. Ich bitte hiermit aufrichtig um Entschuldigung, falls ihr mit einer solchen Frage konfrontiert wurdet oder ihr euch begrifflich nicht gesehen gefühlt habt. 💛⁣

Es gibt außerdem viele Menschen, die sich mit keinem Begriff in Verbindung sehen, diese vielleicht nicht kennen oder ablehnen, weil sie in keine Ecke gedrängt werden möchten. Oder sie sind auf einer Reise und erfinden sich neu, oder möchten sich gar nicht festlegen. Die Gründe sind so vielfältig wie wir selbst und stets im Fluss.

Ich freue mich, nun einen inkludierenderen Titel gefunden zu haben, mit dem ich ab jetzt arbeiten werde. Er ist, wie ich letztens auf der Tagung «Kleine Formen – widerständige Formen?» für mich mitgenommen habe: ein Begriff, mit dem wir über Existenzen sprechen, diese Begriffe sowie Menschen sich aber natürlich täglich verändern und weiterentwickeln können.

Liebe Grüße,
Yasemin Altınay

* Marginalisierte Stimmen
BIPoC, LGBTQIA* Menschen, rassifizierte, migrantisierte, jüdische, muslimische, Schwarze Personen, (Post-)Migrant*innen, be_hinderte Menschen, FLINTA, Menschen mit Klassismuserfahrung, Menschen mit osteuropäischer Biografie, Sinti*zze und Rom*nja, Menschen, die Mehreres vereinen (Intersektionalität), aber auch vor allem Menschen, die jegliche Begrifflichkeit ablehnen, aber dennoch in der weißen, cis-geschlechtlich und heteronormativ geprägten Literaturlandschaft zu wenig vertreten sind.